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Campingplatz-Einmaleins: Die wichtigsten Regeln für Camper

Campingplatz-Einmaleins: Die wichtigsten Regeln für Camper

Das erste Mal auf einem Campingplatz Urlaub zu machen, ist aufregend und nicht ohne Tücken. Damit du keine Überraschungen erlebst, erfährst du hier, was dich erwartet – von der Reservierung bis zur richtigen Entsorgung.

Reservierung

Auf vielen Campingplätzen brauchst oder kannst du nicht vorab reservieren. Das ist für Neu-Camper zunächst etwas ungewohnt, du lernst es aber schnell zu schätzen. Denn nur so bleibt die Flexibilität für alle erhalten. Uns selbst ist es lediglich einmal – zur Hauptsaison in Slowenien – passiert, dass wir in einem weiten Gebiet wirklich keinen einzigen freien Platz mehr bekommen konnten. Normalerweise findest du aber spätestens am zweiten oder dritten Campingplatz noch ein freies Fleckchen.

Wer jedoch auf die Ferien angewiesen ist und/oder unbedingt Urlaub auf seinem Wunschcampingplatz machen möchte, der sollte am frühzeitig reservieren, um nicht ausweichen zu müssen. Dann ist die Zeit der Vorfreude und Reiseplanung auch länger 😉

Ankunft und Check-In

Bei der Ankunft hältst du üblicherweise mit dem Gespann/Camper vor einer Schranke oder in einem markierten Bereich der Einfahrt und registrierst dich anschließend an der Rezeption. Die meisten Campingplätze verlangen einen Ausweis oder Reisepass, der manchmal auch hinterlegt bleiben muss.

Eine gute Alternative ist in Europa der Camping Key Europe, der ebenfalls von Campingplätzen als Ausweisdokument anerkannt wird und darüber hinaus vor allem in der Nebensaison satte Rabatte einbringen kann. In skandinavischen Ländern ist der Camping Key Europe auf Campingplätzen Pflicht. Bislang ist die Karte in Deutschland nur über den ADAC erhältlich, aber keine Panik! Sie kann in Skandinavien auch auf den Plätzen vor Ort gekauft werden.

Auf der Parzelle

Nach dem Einchecken bekommst du, vor allem bei größeren Plätzen, häufig einen Geländeplan ausgehändigt, anhand dessen dir die Einrichtungen des Platzes wie z.B. Sanitärhäuser, Entsorgungsstationen und Restaurant gezeigt und die „Hausregeln“ beschrieben sind. Auch deine Parzelle wird dort verzeichnet sein. Auf manchen Plätzen wirst du sogar zur Parzelle begleitet und es werden Stromsäule oder der Wasseranschluss gezeigt und erklärt.

Wenn es ans Rangieren auf dem Platz geht, bekommst du in den allermeisten Fällen tatkräftige Hilfe der Nachbarn angeboten. Manch Eine*r rangiert den Wohnwagen auch gekonnt in Position oder movert ihn lässig auf die richtige Stelle. Empfehlenswert ist es, dass der eigene Stromanschluss nicht weiter von der Stromsäule entfernt ist, als das mitgebrachte Stromkabel lang ist 😉 Wissenswertes zum Thema Landstrom findest du hier.

Steht der Caravan an der gewünschten Stelle, richtest du ihn anhand einer Wasserwaage (diese gibt es auch im Hosentaschenformat) aus. Manchmal sind Auffahrkeile von Nöten, wenn das Gelände stark abschüssig ist. Dann kurbelst du die Stützen herunter und stellst die Markise oder das Vorzelt auf. Den Frischwassertank füllst du mit Hilfe eines Schlauchs oder einer Kanne mit Wasser. Auch die Kassettentoilette (soweit vorhanden) wird mit Wasser und bei Bedarf mit einer Sanitärflüssigkeit gefüllt.

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Übernachtungskosten

Die Preise pro Nacht variieren von Land zu Land und von Platz zu Platz. In der Hauptsaison werden für einen 3-Sterne-Campingplatz unserer Erfahrung nach im Schnitt zwischen 25 und 35 Euro fallig, auf 4- oder 5-Sterne-Plätzen können es auch schon 40 bis 50 Euro werden.

Bei der Ankunft solltest du dich erkundigen, welche Leistungen im Preis inbegriffen sind, denn häufig fallen noch Zusatzkosten für Strom, Warmwasser und Internet an. 

Rabatte

Neben dem Camping Key gibt es die Campingführer des ADAC oder des niederländischen Campingverbandes ACSI, die ebenfalls mit einer Camping Card bestellt und so für Preisnachlässe genutzt werden können. Weitere Rabattkarten sind die Karte des Deutschen Camping Clubs, die Rabattkarte Mein Platz und die CampingCardInternational.

Die Höhe der Rabatte, die du bekommen kannst ist von Platz zu Platz ganz unterschiedlich und saisonabhängig. Einen Überblick findest du in unserem Artikel „Sparen wie die Profis – Camping-Rabattkarten im Vergleich“.

Daneben gibt es noch andere Portale, die Vergünstigungen anbieten, wie Landvergnügen, SVR und Vekabo.

Wie du generell beim Camping Geld sparen kannst, verraten dir unsere Spartipps für Camper.

Ver- und Entsorgung

Strom

Auf manchen Plätzen wird der Strom pro Kilowatt abgerechnet, andere wiederum bieten einen Pauschalpreis (in der Regel zwischen 4 und 5 Euro pro Tag). Wer bei einer Abrechnung nach Kilowatt bei der Abreise kein blaues Wunder erleben möchte, für den haben wir ein paar Tipps parat.

Da es europaweit zwei Arten von Anschlüssen gibt, empfehlen wir dir einen Campingstromadapter (wir nutzen das Zweierset von CEE-Schuko), damit du nicht plötzlich ohne „Saft“ dastehst!

Wasser

Wasseranschlüsse zum „Betanken“ eures Campers findest du in der Regel entweder direkt am Stellplatz oder ganz in der Nähe. Manche Campingplätze bieten an der Ein- oder Ausfahrt auch richtige Wasserstationen mit Schläuchen, so dass das lästige Kanisterschleppen entfällt.

Warmwasser gibt es – manchmal gegen Entgelt – in den Sanitäranlagen und häufig auch an den Geschirrspülbecken.

Bitte erkundige vor Nutzung des Wassers, ob dieses Trinkwasserqualität hat und somit auch zum Kochen genutzt werden kann, oder ob es lediglich zu Händewaschen und Spülen zu benutzen ist. Trinkwasser wird vor allem in südlichen Ländern in 10-Liter-Flaschen angeboten. Am besten setzt du eine solche auf deine Einkaufsliste für den ersten Einkauf vor Ort.

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Abwasser (Grauwasser)

Das Abwasser, das durch Abspülen und Händewaschen anfällt, sammelst du in deinem Abwassertrolley, der einfach unter den Ausgussstopfen des Wohnwagens gelegt wird. Sollte er voll sein, entsorgst du den Inhalt in der Entsorgungsanlage. Ist eine solche am Platz nicht vorhanden sein, kannst du ihn bedenkenlos in den Sanitäranlagen ausgekippen. Manche Plätze bieten aber auch Stellplätze mit eigener Wasserentsorgung an. Hast du einen solchen gebucht, empfiehlt sich die Mitnahme eines Schlauchs mit breiterem Durchmesser.

Chemietoiletten

Wenn du eine eigene Chemietoilette besitzt, muss die Flüssigkeit in speziell dafür vorgesehenen Anlagen entsorgt werden. Auf keinen Fall in den öffentlichen Toiletten auskippen! Die Chemie darf nicht ins Grundwasser gelangen!

Fast alle Campingplätze halten eine solche Entsorgungsanlage vor. Falls nicht, erkundige dich beim Betreiber, wo die nächste Entsorgungsstation für Wohnmobile liegt.

Sanitäranlagen

In den öffentlichen Sanitäranlagen sind üblicherweise Toiletten, Waschbecken mit und/oder ohne Kabine, Duschen, manchmal auch Becken für Wäsche und Wickelräume vorhanden. Anzahl, Ausstattung und Sauberkeit hängt natürlich immer vom einzelnen Campingplatzbetreiber ab. Manche Duschen sind, wie oben beschrieben, mit Münzautomaten für Warmwasser versehen.

Küche und Geschirrspülbecken

Auf gut ausgestatteten Campingplätzen stehen Küchen mit Geschirrspülbecken zur Verfügung, auf einfacheren Plätzen muss man mit Outdoor-Waschbecken vorlieb nehmen. Aus Hygienegründen bitte darauf achten, dein Geschirr nicht im Wäschebecken zu reinigen – und natürlich die Schmutzwäsche nicht im Geschirrspülbecken!

Außerdem solltest du das Spülbecken nach Gebrauch von Essensresten oder anderen „Leckerchen“ befreien und die Oberflächen einmal kurz trockenwischen. Das sorgt dafür, dass auch deine Nachfolger ohne Ekel ihr Geschirr dort säubern können – und wenn du mit gutem Beispiel vorangehst und sich die anderen ebenfalls an diese Benimmregel halten, hast du selbst natürlich auch etwas davon.

Wir sind beim Geschirrspülen immer mit folgenden Utensilien ausgestattet:

  • Spülschwamm und Geschirrspülmittel (klar)
  • Lappen oder Geschirrtuch (zum Nachwischen) – alternativ kannst du dir auch ein paar Blatt Papier aus den Spendern in den Sanitäranlagen holen, umweltfreundlicher ist aber die andere Variante…
  • Faltbares Abtropfgestell (zum Transportieren und Trocknen-Lassen des Geschirrs)

Waschmaschinen und Trockner

Eine Waschküche gehört unserer Erfahrung nach mittlerweile fast überall zur Standardausrüstung der Campingplätze. In der Regel werden pro Wasch- und Trockengang jeweils zwischen 3 und 6 Euro fällig.

Du solltest auf jeden Fall darauf achten, deine Wäsche möglichst schnell nach Ablauf des Waschgangs aus der Maschine zu nehmen. Vorsichtshalber kannst du deinen Wäschesack oder deine Tüte (gerne genommen werden die großen blauen vom schwedischen Möbelhaus) auf der Maschine liegen lassen, damit der Nächste deine fertige Wäsche dort hinein füllen und seine Wäsche waschen kann, ohne auf deine Rückkehr zu warten. Sollte die Maschine noch laufen, stellen manche Camper ihre volle Tüte neben die Maschine, um zu symbolisieren, dass sie als nächstes an der Reihe sind. Wir selbst fühlen uns mit dieser „Reservierungsmentalität“ nicht so wohl, aber auf vielen Plätzen scheint das Usus zu sein.

Haustiere

Wenn du mit Hund oder Katze reist, solltest du dich unbedingt vor der Abfahrt erkundigen, ob auf deinem Wunschcampingplatz Haustiere erlaubt sind und welche Tagesgebühr für diese anfällt. Häufig müssen Hunde auf dem Platz an der Leine geführt werden. Dass Häufchen direkt entfernt werden, ist zwar selbstverständlich, aber es in den meisten Campingplatz-Regeln nochmal speziell aufgeführt. Hat dein Campingplatz einen direkten Strandzugang, heißt das noch nicht, dass dort auch Vierbeiner erlaubt sind. Auch hierüber solltest du dich unbedingt vor Buchung informieren. 

Ruhezeiten

Auf manchen Campingplätzen – insbesondere in Deutschland, den Niederlanden und Italien – gibt es noch so genannte „Ruhezeiten“, meist um die Mittagszeit herum und abends zu vorgerückter Stunde. In diesen Zeiten darf das Auto nicht auf dem Campingplatz bewegt werden und die Schranke bzw. das Eingangstor bleiben unerbittlich geschlossen. Fragt am besten bei der Ankunft nach und plant gegebenenfalls eure Einkaufstouren, Treffen mit Freunden etc. außerhalb der Ruhezeiten. Alternative: Wenn du nicht auf die Minute genau planen willst, park den Wagen einfach vor dem Campingplatz. Zu Fuß kommt man immer irgendwie „raus“!

Internet

Viele Campingplätze bieten W-LAN kostenpflichtig oder gratis an. Der Empfang ist nicht immer gut und das Signal ist häufig im eigenen Camper nicht verfügbar, aber für E-Mail-Versand oder kurzes Surfen im Umfeld der Rezeption reicht es meist aus.

Wer z.B. beruflich auf Internetempfang angewiesen ist, sollte auf Nummer Sicher gehen und sich eine lokale SIM-Karte zulegen. Weitere Infos zum Thema „Internet auf Reisen“ findest du hier.

Zusammenleben mit den Nachbarn 

In der Regel grüßt man sich als Camper untereinander, dies gilt vor allem auf Campingplätzen. Wenn man seine Campingnachbarn sieht, das Wasch- oder Sanitärhaus betritt oder sich an der Entsorgungsstation trifft, sagt man kurz „Hallo“ oder passt sich vielleicht auch der Landessprache an.

Wie oben schon bei den Gepflogenheiten an der Waschmaschine geschrieben, gibt es einige Feinheiten, die man nur von Campingplätzen kennt. So bietet man seine Hilfe neuankommenden Nachbarn beim Rangieren oder Schieben des Caravans auf die Parzelle an. Manchmal mündet dies in einen netten Abend, manchmal auch in zwei stille Wochen 😉 Wird man abends eingeladen, nimmt man neben den abgesprochenen Fressalien bzw. Getränken seine eigenen Stühle mit, denn jede*r hat ja meist nur Platz für Stühle in der mitreisenden Personenanzahl.

Verlorene bzw. gefundene Gegenstände freuen sich immer, wenn sie zu ihrem Eigentümer zurück finden, gleiches gilt für diesen. So haben manche Campingplätze an den Orten, wo häufiger mal etwas vergessen wird, Eckchen, wo man gefundene Dinge (Shampoo des Vorduschers, Schwimmbrillen, Spüllappen etc.) hinterlegen, bzw., wenn man selber etwas vermisst, suchen kann.

Des Weiteren achtet man auf den meisten Plätzen auf Habseligkeiten wie die losgerissene Markise oder Familienmitglieder wie das unternehmungslustige Krabbelkind der Nachbarn und hilft, diese zu sichern. Auch hier folgen manchmal die schönsten Abende des Urlaubs auf den (Stand-)Fuß.

Weitere Fragen rund um das Thema Campingplatz? Schreibt uns an redaktion@camperstyle.de!

Foto: (c) Depositphotos.com/Jehoede

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